Vorschau: WEC 6 Stunden von Spa-Francorchamps 2014

Dieses Wochende werde ich zu den 6-Stunden von Spa-Francorchamps gehen, den zweiten Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Ich werde kurz über meinen Besuch beim  letztjährigen Rennen schreiben sowie über den Saisonauftakt in Silverstone sprechen.

Letztes Jahr besuchte ich mein erstes Langstrecken/Sportwagen-Rennen überhaupt. Es war auch das erste Mal, dass ich auf der berühmt-berüchtigten Spa-Francorchamps GP-Strecke in Belgien war (zuvor war ich nur auf dem Nürburgring für die DTM-Rennen dort). Auf jeden Fall war es ein einmaliges Erlebnis. Zwar war das Rahmenprogramm bescheiden (beim Porsche GT3 Benelux Cup waren nur 9-11 Autos dabei), aber ich bin ja für das 6-Stunden Rennen gekommen und es hat sich gelohnt.

Damals holte sich Audi nach einem anfänglichen Kampf mit Toyota dominant den Sieg. Wer sich erinnert, damals hat Toyota die neue Version des TS030 Hybrid zum ersten Mal in Rennbetrieb genommen. Dabei ist er durch technische Probleme ausgefallen, nachdem er zu dem Zeitpunkt noch auf Platz 3 lag. Pecom Racing (die ja nicht mehr existieren) gewannen das Rennen in der LMP2-Kategorie. AF Corse holt sich den Sieg in der GTE-Pro Klasse, während 8Star Motorsports in der GTE-Am triumphierte.

Das vollständige WEC 6-Stunden Rennen von Spa-Francorchamps findet ihr hier:

 

WEC Silverstone 2014: Toyota siegt, Audi stellt sich selber ein Bein

Die erste Runde des 6-Stunden von Silverstone erinnerte eher an ein WTCC oder V8 Supercars Sprint-Rennen. Ziemlich chaotisch, aber mit vielen Positionskämpfen. Nach zwei hektischen Runden führte also Toyota vor Audi und dann wieder Toyota, die zwei Porsche 919 konnten mit der Führung nicht wirklich mitgehen. Der Porsche 919 Hybrid, der von Hartley/Webber/Bernhard wurde, konnte nur mit den Ausscheiden der zwei Audi R18 den dritten Platz erreichen. Den Verlust der zwei R18 hatte aber Audi Sport Joest Racing selber zu verschulden.

Als der Regen am Ende der ersten Stunde eintraf, wechselten alle Teams (logischerweise) auf Regenreifen. Nur Audi blieb draußen und hoffte, dass der Regen bald wieder aufhörte und somit einen Boxenstopp weniger als die anderen machen zu müssen. Aber der Regen war zu dem Zeitpunkt zu stark, um noch mit Slicks zu fahren. Das bemerkte Lucas Di Grassi (Ex-Formel 1 Pilot) schnell und trat aufs Gas, um auf die Start/Ziel Gerade zu beschleunigen. Er verlor die Kontrolle seines R18, trotz Allrad, und feuerte ihn gegen die Leitplanke. Zwar versuchten die Audi-Mechaniker das Auto zu reparieren, aber das Monocoque wurde beschädigt. Di Grassi/Kristensen/Duval mussten aufgeben.

Wenig später feuerte Benoit Treyuler seinen R18 auf vierter Position liegend auch gegen die Leitplanke, weil er gleichfalls auf den Slicks draußen geblieben war. Allerdings versuchte der Franzose noch nach dem Vorbild von Romain Dumas sein Auto von den beschädigten Teilen zu befreien und das Rennen wieder aufzunehmen, aber sein Ehrgeiz blieb unbelohnt. Auch hier wurde das Monocoque beschädigt und auch hier wurde er gezwungen aufzugeben. Treyuler bekam dennoch einen kleinen Trost. Er bekam für seine heldenhafte Tat den „Spirit of the Race“ Award von den beliebten Radio Le Mans Kommentatoren.

Die LMP2-Klasse hatte wie erwartet ein dürftiges Rennen. Was soll man auch von einem Rennen zwischen vier Autos erwarten? Zum Vergleich: letztes Jahr waren zehn Autos zum Saisonauftakt dabei, bei den 24-Stunden von Le Mans waren es sogar 15! Dieses Jahr sieht es nicht einmal so aus, dass die LMP2 Klasse zehn Autos in LM haben wird. Das Rennen gewann außerdem G-Drive mit den Morgan-Nissan.

Porsche holte sich einen souveränen Sieg in der GTE-Pro und setzte somit die erfolgreiche GT-Saison fort (gewannen schon die 24-Stunden von Daytona und die 12-Stunden von Sebring in der GTLM Klasse).

Aston Martin war zwar ziemlich schlecht in der GTE-Pro Klasse unterwegs gewesen, aber dafür umso besser in der GTE-Am. Ein dominanter Doppelsieg für Young Driver AMR in dieser Kategorie.

Das komplette 6 Stunden Rennen in Silverstone hier:

 

Was wird also die WEC in Spa-Francorchamps bieten?

Wenn man sich die Eintrittsliste anguckt, wird man insgesamt nur 28 Autos zählen. Das ist zwar keine Katastrophe, aber eben drei Autos weniger als im letzten Jahr. Aber es gilt im dem Fall „Qualität über Quantität“ und wir haben defenitiv ein sehr gutes Starterfeld.

Audi wird drei R18 bringen, einer davon wird die „Le Mans Version“ sein. Auch Toyota bringt zwei „Le Mans Versionen“ vom TS040 Hybrid. Bei beiden Fahrzeugen merkt man eine breitere Fahrzeugfront, die dem Aussehen der Fahrzeuge sehr gut tut. Der Porsche 919, den wir in Silverstone gesehen haben, ist die aktuelle Le Mans Version, mal sehen, ob die in Spa konkurrenzfähiger wird. Aber die wohl aufregendste Ergänzung in der LMP1 Klasse sind die zwei neuen Rebellion R-One, die in Zusammenarbeit mit Oreca gebaut worden sind. Der Speed und die Zuverlässigkeit des Autos ist unbekannt, also sollte man nicht allzu viel erwarten. Man kann aber natürlich hoffen, dass der R-One den ein oder anderen Werkswagen schlagen kann. Der Lotus T129 ist immer noch nicht fertig, kommt vielleicht erst in Le Mans.

In der LMP2 Klasse werden wir jetzt fünf Autos sehen, immer noch ziemlich dürftig. Greaves wird einen Zytek Z11SN einsetzen, als Vorbereitung auf Le Mans.

In der GTE-Pro und Am werden RAM Racing nicht antreten, kehren aber in LM zurück.

Auch wenn ich hier generell positiv über die WEC spreche, machte diese Serie in den letzten Tagen negative Schlagzeilen. Fünf Teams zogen sich aus dem Le Mans-Starterfeld zurück, somit gibt es keine Reserve-Teams mehr. Wenn also noch ein Team rausfliegt, werden wir dieses Jahr weniger als 56 Autos sehen, zum ersten Mal seit langer Zeit.

Außerdem gab’s auch viel Verwirrung und Wut über die neue Strategie der WEC-Offiziellen an neues Geld ranzukommen. Sie fordern jetzt 20 Euro für den WEC Livestream. Und da kein Free-TV Sender in Deutschland die kompletten 6 Stunden überträgt (Eurosport überträgt nur die erste und letzte Stunde), reagierten viele Rennsport-Fans mit Unverständnis auf diesen kostenpflichtigen Livestream (inklusive meiner Person). Da die Hersteller Toyota, Audi und Porsche offiziell dagegen protestiert haben, können wir darauf hoffen, dass Gerard Neveu und seine Kollegen ein Umdenken in Bezug auf die Vermarktung der Serie machen und den Livestream wieder kostenlos anbieten. Auf allen Geräten. Wie es aber mit den Rennen an diesen Wochende steht, ist noch nicht bekannt.

Ich hoffe dennoch auf einen tollen Samstag!

 

Quelle Breitagsbild: RacingInSlowMotion (Youtube)

 

 

 

 

 

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