Die Zehn Besten Momente 2013

Das Jahr 2013 neigt sich jetzt dem Ende und es wird Zeit auf ein Motorsport-Jahr zurückzublicken, das uns wieder spannende Rennen, kontroverse und dramatische Momente und rekordbrechende Fahrten gebracht hat.

Platz 10: WTCC Massencrash in Macao

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Die WTCC hat sich oft in ihrer noch jungen Historie lächerlich gemacht und in Macao hat sich das auch wieder gezeigt. Beim 2. Rennen auf den Guia Circuit, einen Straßenkurs durch die Innenstadt von Macao, hat man viele Kollisionen und diverse Unfälle erwartet, aber sowas hat selbst den Safety-Car-Unfall von Pau 2009 übertroffen.

Gelbe Flagge bedeutet: langsamer werden. Doch leider haben ein paar Fahrer, eigentlich ziemlich viele Fahrer, das Wort „langsam“ noch nie gehört oder wussten einfach nicht, wofür die Gelbe Flagge gut war. Gut, eigentlich waren (fast) nur die einheimischen Fahrer daran schuld, also die, die in der Asia Trophy mitgefahren sind und Autos hatten, die über 3 Jahre alt waren, es war im Grunde genommen eine zweite Klasse.

Aber auch einige reguläre Fahrer waren mitverantwortlich für den Massenunfall, wie z.B. Charles Ng, der für mich wie ein Paydriver erscheint, da er sportlich nix hinbekommt, zumindest nicht in der WTCC und er fällt auch im Vergleich zu Franz Engstler ziemlich schwach aus.

Hier der Unfall, ich glaube, ich brauche nicht mehr zu analysieren…:

Platz 9: Das letzte ALMS Rennen, Petit Le Mans

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Die American Le Mans Series war eine fantastische Rennserie und legte den Grundstein für die WEC und die ELMS. Gegründet von Don Panoz im Jahre 1998 mit dem ersten Rennen in Road Atlanta für die erste Austragung des Petit Le Mans, hat die ALMS 15 Jahre lang erfolgreich durchgehalten.

Mit vielen tollen Momenten, wie die unglaubliche Dominanz von Audi bei ihrem allerersten LMP Auftritt bei den 12 Stunden von Sebring 2000 oder dem atemberaubenden Finish in Laguna Seca 2009 zwischen Jan Magnussen und Joerg Bergmeister. Die ALMS bot immer Action und sie tat das zum allerletzten Mal bei der 16. Ausgabe des Petit Le Mans, dem Saisonfinale der Saison 2013.

Das Rennen war fantastisch, mit einem tollen Kampf in der GT Klasse und LMPC Klasse. In der LMP1 Klasse dominierte Rebellion Racing das Rennen, da Muscle Milk Picket Racing, ihre einzigen echten Herausforderer für den Sieg, einige Stunden vor dem Ende des Rennens ausschied.

Der Sieg von Rebellion in Petit Le Mans war ganz besonders emotional, weil dieser Sieg für eine Weile der letzte Gesamtsieg eines LMP1 Autos in Nordamerikas Top Sportwagenserie wird. Nächstes Jahr wird die ALMS mit der Grand Am zur Tudor United SportsCar Championship fusioniert. Aus den Daytona Prototypes, den LMP2 Autos und dem Delta Wing wird die Prototypen-Klasse gemacht. Die Gründe sind nachvollziehbar, aber man wird die LMP1 Autos dennoch vermissen (es gibt ja noch das WEC 6-Stunden-Rennen in CoTA).

Hier könnt ihr nicht nur das Ende der ALMS 2013er Saison sehen, sondern auch gleichzeitig das Ende einer Ära, die lange Zeit in guter Erinnerung bleiben wird.

Platz 8: Marc Marquez, der jüngste MotoGP Weltmeister aller Zeiten

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Vor der Saison 2013 hätte niemand geglaubt, dass Marc Marquez gleich in seinen ersten Jahr in der MotoGP den WM Titel holt. Niemand hätte geglaubt, dass er zu Saisionmitte gleich vier Siege in Folge holte. Im Vergleich zu Sebastian Vettels Titel in der Formel 1, hatte Marquez größere Konkurrenz, und das über die gesamte Saison.

Seine Kämpfe mit Jorge Lorenzo, besonders die in Jerez, Silverstone und Sepang, haben Kult-Faktor und haben mein Interesse für die Serie gesteigert. Auch seine Zweikämpfe mit seinem Teamkollegen Dani Pedrosa in Mugello, Misano und Aragon haben viele Fans fasziniert.

Auch wenn Lorenzo am Ende der Saison drei Siege in Folge holte (Phillip Island, Motegi, Valencia), war es klar, dass er gegen Marquez nur eine minimale Chance um den WM-Titel hatte. In Valencia gab er alles, kämpfte ziemlich hart mit Pedrosa um die Führung, bis er in einer Kurve zu weit nach außen kam und Marquez die Tür offen ließ. Zwar überholte Lorenzo Marquez später, aber es hat nicht gereicht.

Marquez war nach 19 Rennen MotoGP Weltmeister und das nur mit 20 Jahren. Spanien hatte am dem Tag sportlich gesehen einen sehr guten Tag, da auch Pol Espargaro und Maverick Vinales WM-Titel in ihren Klassen geholt haben.

Der WM-Titel von Marquez war wohlverdient und ich kann die 2014er Saison kaum erwarten und hoffe auch auf gute Ergebnisse von Stefan Bradl und Cal Crutchlow auf seiner Ducati.

Marquez‘ WM Titel in Valencia:

Platz 7: DTM “Watergate“-Skandal am Norisring

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring

Tja tja die DTM, das Rennen am Norisring war ja mal eine Katastrophe. Erst einmal der merkwürdige Unfall zwischen Gary Paffet und Edoardo Mortara, bei dem meiner Ansicht nach Paffet der Auslöser dieser Kollision war, weil er einfach unnötigerweise nach rechts gezogen hat, als er Mortara auf der Außenseite hatte.

Seht es selbst:

Naja, wie auch immer, jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema: Die Wasseraktion mit Matthias Ekström. Eki gewann das Rennen und bekam am Parc Ferme von seinem Vater eine Flasche Wasser in den Rennoverall geschüttet, weil es ein heißer Sonntagnachmittag war und der Vater dachte, dass Ekström sich eine Abkühlung verdient hätte. Das alles ist ja nichts Schlimmes, würden die meisten, inklusive mir, jetzt denken, aber die ITR und der DMSB sahen das anders. Sie meinten, er hätte durch das Wasser zusätzliches Gewicht getragen und somit hat er gegen die “Parc Ferme Regeln“ verstoßen. Deshalb dachten sie auch, es wäre gerecht, ihn einfach zu disqualifizieren und zu sagen, dass es keinen Rennsieger gibt.

Die DTM hat sich im diesem Moment lächerlich gemacht. Ja, Regeln sind Regeln, aber warum macht man überhaupt so eine Regel? Und der Fahrer hat sich dadurch nicht einmal einen Vorteil auf der Strecke verschafft. Wo liegt der Sinn bei sowas? Die DTM ist dieses Jahr sehr oft negativ aufgefallen, die Putin-Sache beim Qualifying in Moskau und die Wegfallung von DRS (was sowieso ein sinnloses System ist) in Zandvoort.

Ich hoffe, dass sowas nicht wieder vorkommt, nicht nur in der DTM, sondern auch generell im Motorsport.

Platz 6: VWs unglaubliches erstes Jahr in der WRC

Rally Argentina 2013

Volkswagen Motorsport kam mit niedrigen Erwartungen zum Saisonauftakt in Monte Carlo. Sie wollten höchstens einen Podiumsplatz in diesem Jahr holen, aber es kam alles anders. Sebastien Ogier konnte im brandneuen VW Polo R WRC einen zweiten Platz bei der Monte holen. Und danach neun Siege in insgesamt 13 Rallyes, eine Bilanz, die nur ein Sebastian Loeb übertreffen konnte (11 Siege bei 15 Rallyes 2008). Teamkollege Jari Matti-Latvala hatte wie immer irgendwelche Probleme mit den Setup und konnte dem Speed von Ogier nicht folgen. Er holte sich zwar einen Sieg in Griechenland, aber das war auch schon sein Saison-Highlight. Er konnte allerdings VW zum Gewinn der Konstrukteurs-WM helfen, als er bei den letzten drei Rallyes dreimal auf den Podium landete, während Kontrahent Citroen immer wieder mit Unfällen und einfach zu langsamen Fahrern (Mikko Hirvonen, Dani Sordo) konfrontiert war.

Ogier konnte bei der Frankreich-Rallye dann den WM Titel sichern, und zwar schon in der ersten Prüfung. Zwar hielt ich es für ein wenig unsinnig, die Power-Stage (wo der Sieger drei Extrapunkte erhält) als die erste Prüfung der Rallye zu machen, aber es war nun mal einen Entscheidung der Organisatoren.

Andreas Mikkelsen schlug sich in seinem ersten WRC Jahr ziemlich gut und kam am Ende der Saison immer besser mit den Fahrzeug zurecht. Volkswagen hat einfach ein sehr gutes Testprogramm im Vorjahr gehabt und der Einsatz in der SWRC in der Saison 2012 mit zwei Skoda Fabia S2000  hat auch was zu den Vorbereitungen beigetragen.

Sie haben beide Titel und mit den Einstieg von Hyundai wird es spannend zu sehen sein, ob VW seinen Titel verteidigen kann.

 

Platz 5: Reifen-Explosions-Show in Silverstone

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Der Große Preis von Großbritannien in Silverstone war in diesem Jahr etwas anders als die anderen GPs zuvor. Denn auf der Strecke, hielten die Pirelli Reifen nicht besonders lang. Es gab einen Reifenschaden nach dem anderen und es sah sogar so aus, als würde es gleich die Rote Flagge geben.

Aber dazu kam es nicht, Nico Rosberg holte sich seinen zweiten GP Sieg 2013.

Doch da war etwas ganz anderes im Fokus, nämlich die Pirelli-Reifen. Pirelli Motorsportchef Paul Hembery musste eine unangenehme Frage nach der anderen beantworten. Und auf Twitter ging es erst richtig los, da die meisten F1-Fans empört und gleichzeitig verärgert über die Pirelli-Reifen-Situation waren. Wahrscheinlich hatte Hembery deswegen auch seinen Account auf Twitter gelöscht.

Pirelli wird für das nächste Jahr bessere, haltbare Reifen machen, so wie die zu Bridgestone-Zeiten. Die Prototypen wurden bei einem Reifentest in Bahrain getestet, von Red Bull, Mercedes und Toro Rosso. Rosberg hatte mit einem der Prototypen eine Schrecksekunde, als mit über 300 km/h sein Hinterreifen platzte, sein Auto war aber sonst nicht beschädigt.

Silverstone war desaströs und ich hoffe, dass die nächstjährigen Reifen wirklich die komplette Distanz durchhalten.

Hier ein Silverstone-Reifenpatzer von Jean Eric Vergne:

 

Platz 4: Tony Kanaans Indy 500 Sieg

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Der Sieger des diesjährigen Indy 500 hätte kein Besserer sein können als Tony Kanaan. Er fährt nun seit 1998 in nordamerikanischen Formelsport und konnte 2004 den Indy Racing League Titel holen, sowie insgesamt 14 Siege verbuchen, aber auf ein Indy 500 Sieg wartete er vergeblich.

Ein dritter Platz im letzten Jahr war schon mal ganz gut, aber dieses Jahr hatte er die Chance, den Sieg auf dem berühmten Speedway zu holen.

76 Runden vor Schluss meinte Kanaan zu seinem Renningenieur: “Es ist alles oder nichts, ich werde jetzt um den Sieg kämpfen“.

Hier das fantastische Indy 500:

 

Platz 3: Rossis erster GP Sieg in zwei Jahren

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Seine zwei Jahre bei Ducati waren absolute Hölle. Ein neunmaliger MotoGP Champion konnte die Ducati nicht bändigen. Er holte nur drei Podiumsplätze in zwei Jahren. Genug war genug und Rossi entschied sich für das Jahr 2013 zu Yamaha zu wechseln, dort, wo er 2009 seinen bisher letzten WM Titel geholt hatte. Er fuhr gleich beim Saisonauftakt in Katar auf einen Podestplatz, allerdings hinter Teamkollegen Jorge Lorenzo. Über die Saison war Rossi immer “The Best of the Rest“, konnte aber mit Lorenzo, Marquez und Pedrosa nicht mithalten.

Aber dann kam Assen. Lorenzo hatte einen Qualifying-Unfall und konnte trotzdem am GP  teilnehmen, allerdings verletzt. Das hat sicherlich die Chancen für Rossi auf einen GP Sieg in Assen erhöht. Rossi konnte die beiden Honda Piloten überholen und souverän in Führung bleiben. Die Tribünen tobten, als Rossi die Ziellinie als Erster überquerte und jeder war froh, dass die “46“ wieder in der Mitte des Parc Ferme stand.

Es war ein ganz besonderer GP-Sieg, leider blieb das sein einziger in der gesamten Saison.

 

Platz 2: IndyLights Four Wide Finish in Indy

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Die IndyLights Serie, die Kategorie unter den Indycars, hatte im diesem Jahr mehr Negatives als Positives in den Motorsport-Nachrichten gebracht. Während es in der letzten Saison noch 16-18 Autos im Feld gab, gab es dieses Jahr zwichenzeitlich nur noch neun Autos. Die Serie wurde zu teuer und somit gingen die meisten Teams aus dem Vorjahr dieses Jahr in die Star Mazda Pro Serie oder in die USF2000. Somit waren die Rennen, bis auf den Start, meistens ziemlich langweilig.

Aber das Freedom 100 in Indianapolis war alles andere als das. Ihr könnt selber sehen, was sich in der letzten Runde des Rennens abgespielt hat, sicherlich einer der besten Zieleinläufe aller Zeiten. Und ich hoffe, dass mit den neuen IndyLights Chassis von Dallara sowie einen neuen Reifenhersteller im nächsten Jahr die Serie wieder bergauf geht.

 

Platz 1: Loebs Rekordfahrt in Pikes Peak

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Sebastian Loeb – was mir als erstes bei diesem Namen einfällt, ist seine unglaubliche, meistens langweilige Art, Rennen und Meisterschaften zu gewinnen, indem er diese dominiert. Dennoch habe ich immer Respekt vor Loeb und dass er sich jetzt auch anderen motorsportlichen Aktivitäten widmet, außer der WRC, hat dies nur gesteigert.

Nun, Peugoet wollte zurück nach Pikes Peak und baute den 208 in ein Hill Climb Monster für die  Unlimited Class um. Ihr neuer Fahrer war natürlich kein Rhys Millen, der dieses Rennen mehrere Male bestritten und sogar gewonnen hat. Stattdessen nimmt man jemanden, der noch nie in solch einem Fahrzeug, in solch einem Event unterwegs war, also einen Rookie in dieser Disziplin namens Sebastian Loeb.

Doch bei seiner Rekordfahrt in Pikes Peak fuhr er wie einer, der diesen Sport schon seit 20 Jahren macht. Dasselbe Gefühl hatte ich außerdem auch bei den X Games letztes Jahr…, oder seinem WRC Debüt…, oder seinen ersten GT Rennen…., oder bei den 24h von Le Mans…, ja, Loeb ist ein Ausnahmetalent und das hat er auch im diesem Fall bewiesen. Er fuhr fast eine Sekunde schneller als die frühere Rekordzeit, die von Rhys Millen aufgestellt worden ist (2012).

Loebs Zeit war 8:13.878.

Hier könnt ihr noch einmal die Rekordfahrt erleben:

Es war ein tolles Motorsport-Jahr, auch wenn wir natürlich nicht Allan Simonsen und Sean Edwards, sowie alle anderen Rennfahrer, die im diesem Jahr verstorben sind, vergessen dürfen.

Ich hoffe auf ein spannendes Motorsportjahr 2014 ohne tödliche Unfälle, doch das kann man nie garantieren…

Direkt am 1. Januar 2014 kommt der Jahresausblick.

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